Sonntag, 19. Oktober 2014

Piwomania

Die Vielfalt der lubuskischen Biererei war bekannt, doch ein unbefangenes Durchprobieren des Sortiments stellt noch den leidenschaftlichsten Biergourmet vor Herausforderungen.

Samstag, 18. Oktober 2014

Jenseits von Oder

Wenige Zugsekunden hinter dem Machtbereich der glorreichen Lokführergilde sind wir unterwegs unser Obdach für die Nacht zu finden. Nachtwanderung olė!

Frühstück

Die erste Station des Wellness-Wochenendes.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Lernen, lernen, nochmals lernen

Keine zwanzig Jahre ist es her, sondern fast auf den Tag genau läppische 19 Jahre, dass ich mit jener zaghaft-selbstsicheren Art, die nur ausgefranste Teenager an sich haben und mit fast nichts außer Flausen bekleidet, die Schwele meiner Alma mater, der ruhmreich mondänen Humboldt-Universität überschritt. Wenig Dokumente zeugen von diesem Tag wie auch den folgenden. Kein Internet - kein Blog - keine digitale Fotografiererei: eine erschütternde Kausalkette. Dennoch: es fand statt und sogar irgendwann seinen Abschluss.

Der Griebnitzsee. Im Hintergrund Berlin. Noch ein Stück dahinter, die Humboldt-Universität.


Und nun wage ich mich erneut in den Elfenbeinturm und es ist bislang ein entzückendes Unterfangen. Geschichte - Informatik (bzw. Computational Science); Großstadt - Vorstadt; Magister Artium - Bachelor of Science => der Kontrastpunkte gibt es etliche und werden, so sie mich dauerhaft reizen, an dieser Stelle gewissenhaft ausgewertet.

Campus Griebnitzsee. Die Statue von Rotkäppchen kann unterschiedlich interpretiert werden. Meine Wahl fiel auf eben die Variante, welche Rotkäppchen als eine aus Dummheit Verführte versteht. Bleibt die Frage ob ein dermaßen verschulter Studiengang wie es der Bachelor ist, gepaart mit einem von Fachidiotie getanktem Abitur Rotkäppchen das nötige Rüstzeug mitgegeben hätte um dem Wolf widerstehen zu können. 


Ein konkreter Unterschied fiel mir bereits im Brückenkurs wohltuend auf (Ja, da ich mir meiner mathematischen Kenntnisse nicht wirklich sicher war, zog ich schon vor Semesterbeginn an den wunderschönen Griebnitzsee um mir in zwei Wochen zu demonstrieren, dass das Abitur lange her ist.) Die gemeinsamen Denkpausen von Dozent und Studentenschaft. Ein mir geisteswissenschaftlich geprägtem Wissensgierenden ein unbekanntes Phänomen. Das gemeinsame Grübeln in wohliger Stille, das Rätsel gleichsam umstellend, dem anderen gleichberechtigt assistierend um mit kollektiv gebündelter intellektueller Strahlkraft eine Lösung zu finden.

Was Ihnen plausibel erscheint, haben sie noch lange nicht verstanden. (Brückenkurs: Mathematik für Informatiker)

Dies stand so angenehm dem gegenüber was ich in Seminaren, Übungen und Kolloquien der Geschichtswissenschaft erleben durfte. Das nervöse Schnattern und Labern, fast wie in Sorge um möglicherweise eintretende Stille, welche Denken und Erkenntnisse ermöglichen könnte, ein sich immer wieder Im-Kreis-Drehen, offensichtliche Wiederholungen, Profilierungsneurosen und Geltungsbedarf destilliert über die augenscheinlich einzige Möglichkeit positiv aufzufallen, hervorzustechen. Auch um den Preis des Ermüdenden, schließlich machen es ja alle so. Wer weiß welche heuchlerischen Fallstricke mir in den Naturwissenschaften noch begegnen werden, derlei Animositäten wohl eher seltener.

Und überhaupt. Potsdam, Brandenburg. Ich gestehe, meine Meinung zu dieser Stadt ist noch nicht ganz ausgereift. Wir brauchen noch ein wenig Zeit füreinander denke ich. Doch was mich schon nach wenigen Lerneinheiten angetan hat, ist das ostdeutsche Selbstbewusstsein des Lehrkörpers. Ein sicherlich unfairer Vergleich zu dem was ich Mitte-Ende der 90er in den Schützengräben zwischen Ostberliner Intelligenzija-Resten und vereinnahmenden Westgarden in den elitär anmutenden Gebäuden an den Linden erleben durfte. Umso angenehmer das hier Erlebte. Überraschend bissig und ohne die gewohnten Methoden beleidigt-trotziger Jammerei oder der verschreckte, vorauseilende Zurückhaltung, die meines Erachtens die Hauptreaktionen der ostdeutschen Bildungselite auf die Invasion der Siegererklärer aus dem goldenen Westen waren, schnippt man hier zurück. Allerdings gegen ein mittlerweile gesamtdeutsches Problem, die Bildungsmisere. Ein Thema, bei dem ich mich nicht lange aufhalten will, aber ja, es ist bitter. So bitter. Natürlich kann ich bei den bitterbösen Kommentaren zum Bildungsniveau der aus den Schulen in die Hörsäle gespülten, verständnisvoll mein Zynikermundwinkel lupfen. Doch wem bringt das was? Der nächsten Generation von Bildungsexperimenten, oder denen die um mich herum sitzen und deren Lebensideal weiterhin der "lückenlose Lebenslauf" bleiben wird. Und seht ihr, schon wieder reg ich mich auf, wenn ich über Bildung in unserem Land rede. Dann ist es doch ganz ausverzüglich, dass ich mich unter sie gemischt habe.  

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Frisch gelesene Bücher: Weit im Norden

Endlich mal ein Weltuntergangsroman so ganz nach meinem Geschmack. Kein Schnickschnack, kein Firlefanz. Schnörkellos und ohne viel Gedöns ist hier die Zivilisation so unprätentiös abgetreten wie sie es am wahrscheinlichsten tun wird.



Das auf den ersten Blick exotischste an "Weit im Norden" ist wohl der Umstand, dass der Untergang des Abendlands ausnahmsweise mal nicht die USA als Kulisse nutzt. Wir befinden uns in Sibirien, welches angesichts der herandräuenden Klimakatastrophe als Rückzugsgebiet an Wert gewonnen hat. Diese raue Region hat durch dem Zusammenbruch aber nicht wirklich an Komfort dazugewonnen. Und so dient der Auswanderungsaspekt nur dazu, die an sich schon dichte und effektvolle Beschreibung noch facettenreicher zu machen.

Es ist nicht die gewöhnliche Weltuntergang-Ärmel-hochkrempel-Geschichte. Es ist vielmehr eine Geschichte, die davon erzählt wie die Menschheit nach ihrer selbstverschuldeten Auslöschung eben nicht zu einem Neuanfang in der Lage zu sein scheint. Selbst im allerkleinsten Kollektiv - dem Individuum. In zahlreichen Rückblenden zeigt der Ich-Erzähler gnadenlos, dass weniger die sozialen oder klimatischen Verwerfungen zum Untergang führten, sondern die Aufgabe der Solidarität. Und so gibt es kein Licht am Horizont. Es ist ein langsamer Untergang, die letzten Zuckungen einer Vergangenheit, zu schwach um daraus etwas Neues oder gar Besseres enstehen zu lassen.

Großartige Lektüre! 

Montag, 22. September 2014

BSRerbietig

Die Wortwitzologen im Dienste der Berliner Müllabfuhr wurden an dieser Stelle ja schon einmal lobend erwähnt. Ein wenig deuchte es mir, als ob die Ideen in den letzten Jahren nicht mehr ganz so spritzig waren. Doch diese Huldigung hier verdient es hervorgehoben zu werden.



Auch wenn diese Verbeugung selbstverständlich mehr als angemessen ist, wäre ich einverstanden damit auch andere Bezirke zur Kenntnis zu nehmen. Friedrichshainzigartig, Pankosung, Köpeniedlich und Neuköstlich wären meine, mit Sicherheit unwürdigen Vorschläge für die Großmeister der Verbalspielerei.


Samstag, 20. September 2014

Los! Jetzt! Hier!

Kaum isser eingeschrieben im Brandenburgischen schon isser unter lauter komischen Babelszwergen um sie gegen den deutlich heruntergekommenen Erzfeind zu unterstützen. Nett hier. Schön mal wieder die Füße baumeln zu lassen und mehr als den zugewiesenen halben Quadratmeter Fanraum genießen zu dürfen. Nur das Ergebnis stört ein wenig. Halbzeitstand 1-0.

Donnerstag, 18. September 2014

***13***

Es ist mal wieder soweit. Der alte Herr im braunen Pelz feiert Geburtstag. Und das ist dieses Mal zweifellos kein selbstverständlicher. Die dem einen oder anderen von euch auch nicht ganz unbekannten Bandscheiben (und, um eine vielfach vorgebrachte Frage hier ein für allemal aus der Welt zu räumen, ja, auch Hunde können einen Bandscheibenvorfall haben!) führten dazu dass zu Beginn des Jahres ein möglicher 13. Geburtstag eines komplett vitalen Sanchos bestenfalls stark unwahrscheinlich erschien.



Nun liegt ein gutes halbes Jahr hinter uns. Wir haben beide unsere Traumata verarbeitet und uns mehr oder weniger arrangiert mit diesem neuen, letzten Lebensabschnitt. Wir haben die verschneiten Frühlingswinde Böhmens genossen und die ballermannesken Zuckungen der polnischen Rivierea erlebt. Schön soweit und ein unfassbares Geschenk! Doch da geht noch mehr - es gibt noch so vieles, was es gilt gemeinsam zu erleben!

So viele Bäume, so viele Knochen...

...nicht zu vergessen die alljährliche Leckerliprämie!


Dienstag, 16. September 2014

Frisch gelesene Bücher: Die Abschaffung der Arten

Nach der überwältigenden Erfahrung von "Für immer in Honig" nun erneut ein Gedankenblitz aus dem kruden Universum des Dietmar Dath. Angesichts der hier angekündigten Thematik konnte ich einfach nicht widerstehen:

Dietmar Dath erzählt in Die Abschaffung der Arten von einem neuen Zeitalter, das den Tieren gehört, von Krieg und Liebe nach dem Ende der Menschheitsgeschichte. Wenn Charles Darwin Krieg der Welten geschrieben hätte, vielleicht wäre ein Buch wie dieses dabei herausgekommen.
Keine Frage, das klang vielversprechend. Denn schließlich versucht mein eigenes kleines Werk ja ähnliche unbemerkte Tiefen und Möglichkeiten der Tierwelt auszuloten. Und in der Tat - schon nach wenigen Seiten war ich Feuer und Flamme von dem was Dath da angerichtet hatte! Und das meine ich in der vollen Doppeldeutigkeit des Wortes.



Schließlich ist das was hier aufgetan wird, wenn man in der Lage ist, zu folgen, ein unfassbares Konstrukt welches sämtliche bekannten Realitäten verlässt nur um sich ausschließlich mit ihnen zu beschäftigen. Die Vielzahl an funkelnden und originellen Ideen mit denen Dath dies erreicht ist schier unüberschaubar und immer wieder überraschend. (Wie gesagt, so man es versteht. Ich rede hier nur von dem geringen Teil, den ich zu verstehen glaube.) So schält es sich schlussendlich heraus: Es ist eine liebenswert-bizarre Spekulation über eine posthumane Gesellschaft und inwiefern diese gerechter und friedlicher sein könnte.

Doch man muss hart arbeiten für derlei Begeisterungsstürme. Die Kaskade an Fremdwörtern (bzw. aus Fremdwörtern neu geschaffene Wörter), welche wiederum eingesperrt scheinen in nicht enden wollende Satzkonstrukte machen die Lektüre zum Frondienst am Erkenntniswert. Ich sehe zweifellos die Gefahr, dass der Leser hier in einer sonderbaren Mischung aus Faszination und Überforderung aufgibt. Und das wäre genauso merkwürdig - so nachvollziehbar wie schade.

Samstag, 6. September 2014

Potsdamer Postkutscher

Da bei all dem Bürokratieschnick ein Wisch dann doch fehlte, nähere ich mich meiner heiß umworbenen neuen alma mater auf dem Radweg an um ihr eben jenen Schrieb zu überbringen. Wunderschön selbstredend. Doch wie schon vermutet keine alltagstaugliche Anreise!