Montag, 21. April 2014

Frisch gegegessene Küchen: Georgien, Charlottengrad, Genazvale

Hiermit sei ein neuer, hoffentlich regelmäßig erscheinender Meinungskanal dem Peripheria-Universum hinzugefügt - die gepflegte kulinarische Umschau unter den Völkern Berlins. Ich bin mir bewusst, dass hierbei über Geschmack noch entschlossener gestritten werden kann als über Literatur, nichtsdestotrotz und obwegen nehme ich die Herausforderung an.

Den Anfang macht Georgien. Jenes von meiner Seite über alle Maßen begehrte Land im fernen Kaukasus. Alles was ich vorab las, begeisterte mich. Vielfalt in jeglicher Hinsicht. Kompositionen in Fleisch und Gemüse, die viel erwarten ließen. Hinzukommend eine gediegene Weinkultur und überhaupt. Daher war der Entschluss schnell gefasst einen Georgier aufzusuchen und das Ganze mal etwas mehr auf den Zahn zu fühlen. Ohne große Recherchen zu betreiben, war mir klar, dass ich zu diesem Zwecke zweifellos nach Charlottengrad müsste. Hier hat das gesamte sowjetische Kaleidoskop seit längerem seinen Brückenkopf etabliert und nicht bloß riesige Russenmärkte erschaffen wie in den neuesten Erwerbungen in den östlichen Jagdgründen Berlins. Es gibt wahrlich Schlimmeres als den endlich erwachenden Frühling bei einem genüsslichen Spaziergang am Schloss Charlottenburg entlang, zu begrüßen. Schließlich erreichten wir das Restaurant "Genazvale"  und ließen uns frohlockend nieder.


Die Ouvertüre des Menüs Tschanachi (v.l.n.r.): Catschapuri (Käsebrot), Lobio (Bohneneintopf), Kräuterteller, Mshawe (eingelegter Kohl mit roter Beete), Chartscho (Kalbsfleischsuppe) - nicht im Bild: der Ehrengast Tschanachi (Lammfleisch mit Auberginen und Tomaten)

Wir entschieden uns recht schnell für das Tschanachi-Menü und bekamen schnell und freundlich Speis und Trank gereicht. Es ging vielversprechend los. Salat, Kohl und Suppe waren überaus schmackhaft. Überall auf den Spuren von Koriander, alles frisch und knackig. Erste Minuspunkte kündigten sich bei Chatschapuri an, diese waren äußerst klein und mickrig. Nur eine Erinnerung an ihre großen Vorbilder im Mutterland. Doch der Tiefpunkt sollten die Chinkali werden. Hierbei handelt es sich eigentlich um feine Teigtaschen, deren Spitze man abbeißt, den Saft aus ihr trinkt um sich dann an dem Rest zu ergötzen. Dies war hier schwerlich möglich. Fad und klumpig kam der verkappte Vertreter dieser Köstlichkeit daher und ließ uns leicht enttäuscht zurück.Auch der Ehrengast - das Lamfleich im Tontopf - wusste nicht recht zu überzeugen. Zutaten wie Zubereitungen waren musterhaft und dennoch blieb es recht einfach gehalten, der Biss fehlte irgendwie. Der Verdacht blieb, dass man hier wohl, wie allzu oft den deutschen Geschmacksknospen entgegenkochte, doch das ist leider nur ein Verdacht und erst Recht keine Entschuldigung.



Letztendlich sei das Genzvale nicht komplett verrissen. Es handelt sich schließlich um ein freundliches und relativ preiswertes Lokal mit einer großen Auswahl an georgischen Spezialitäten. Der kulinarische Olymp georgischer Küche ist hier sicherlich nicht zu finden, aber dafür darf man ja auch gerne ins Mutterland besagter Küche reisen.  

   

Sonntag, 20. April 2014

Oster-Bilderrätsel

Was ist hier ohne jeden Zweifel dargestellt?

Klar, oder?!

Nicht?

Nagut, ein kleiner Tipp: Nehmen wir mal an, dass viele dieser entzückenden Fachwerkensemble in einem reizenden Mittelgebirge im Herzen Deutschlands herumstehen. Nehmen wir das einfach mal an!

Freitag, 18. April 2014

Mysterien der Werbung

In der glamourösen Welt der Werbung gibt es so einiges was sich mir nicht erschließt, so auch diese Kampagne. Was oder wer soll damit gereizt werden? Oder handelt es sich gar nicht um Werbung sondern ist dies nichts anderes als eine wohlgemeinte Warnung! Wie auch immer - mich macht es jedenfalls schläfrig.

Donnerstag, 17. April 2014

Frisch gelesene Bücher: Blackout

Was passt besser zu einer Nacht im eisigen, dunklen Zelt als ein knackiger Schmöker über einen flächendeckenden Zusammenbruch der Stromversorgung. Es hatte durchaus seinen Reiz eingemummelt im Schlafsack bei schummrigen Licht ein Szenario entfalten zu lassen, dass der Realität vieler Protagonisten des Stromausfallromans auffällig ähnelte. Abgesehen davon bin ich recht angetan von dem Gelesenen. Auf 800 Seiten skizziert der Autor die Folgen eines zweiwöchigen Stromausfalls im Februar, anfangs "nur" in Europa, später auch in den USA.



Es bleibt hierbei festzuhalten, dass die Stärken des Buchs meines Erachtens in der Dichte der technischen Beschreibung liegt. Also das was mich an derlei Szenarien auch am meisten interessiert. Der vielschichtige Blick auf die Folgen und deren Folgen. Wenn man sich mit einigen Freunden mal darauf einlassen würde, zu überlegen wie Europa nach zwei Wochen ohne Strom aussehen würde, käme man wahrscheinlich nur auf die Hälfte der hier angesammelten Spekulationen.

Die Schwächen des Buchs liegen dabei wohl am ehesten in den Charakteren und der kausalen Auflösung der ganzen Angelegenheit. Die politische Motivation der Verursacher des Stromausfalls wird eher stiefmütterlich und hastig abgehandelt. So, als ob man diese leidige Notwendigkeit des menschlichen Faktors nun auch noch absolvieren müsse. Doch dies fällt alles nicht so schwer ins Gewicht als das es den Wert des Buches deutlich mindern würde.

Schön auch, dass die im Buch mitten im Krisenstab zitierte Studie "Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung" tatsächlich existiert (in Fiktion, wie ich denke mal auch in der Realität hat sie natürlich keiner gelesen!) und jederzeit zu beziehen ist. Das nenn ich mal einen Fortsetzungsroman! 

Dienstag, 15. April 2014

Schluss mit frostig!

Ich mach das alles hier ja gern und seit Jahren, aber es gibt auch Grenzen. Der heutige Morgenblick war dann so ein Spielabbruchsmotiv. Witzig hierbei, dass meine Stoßgebete zu Beginn der Wanderung sich Regen ausdrücklich verbaten und kältere Temperaturen dagegen in Kauf nahmen. Nochmal: sehr witzig.
Insbesondere wenn wir bedenken, dass sowas zu Weihnachten letztes Jahr natürlich nicht möglich war. Tschechischer Olymp - wir müssen reden!

Samstag, 12. April 2014

Ein unknödelige Frage

Da kommt man nach längerer Zeit mal wieder in ein ernstzunehmendes böhmisches Dorf, der Himmel verdunkelt sich, Wassermassen fallen herab als ob es nichts besseres im Universum für sie zu tun gäbe. Da braucht es wenig Zurückhaltung um in das erstbeste Hostinec zu rennen. Nachdem wir uns beide ausreichend geschüttelt hatten, wurde das erste Argument auf den Tisch gestellt - Velkopopovicky Kozel! Nippend, aber den düsteren Himmel nicht aus den Augen lassend, stand dann ein Teller vor mir, den alle Herren zu dieser Zeit vorgesetzt bekamen (ein kleineres Äquivalent ging auch hinunter an Sancho!). Ein kurzer Blick gen Himmel - ein langer Blick in diese freundliche Runde. Was hättet ihr entschieden? Ich denke, eine Nacht hier passt doch ganz geschmeidig zum Motto "Willkommen zurück im Leben!"

Ein böhmenständiges Frühstück

Entscheidungen waren noch nie meine Sache - wenn man aber, frisch aus dem Zelt geschlüpft, mit den Verlockungen der Zivilisation gereizt wird, dann muss so etwas dabei rauskommen. Speziell wenn hier, möglicherweise durch die Nähe Kakaniens auch mein anderes Lebenselixier auf höchstem Niveau brilliert!

Donnerstag, 10. April 2014

Schaffner bleibt weiterhin bei seinen Schienen

Eingeweihte wissen Bescheid - die Hochkultur des Schaffners war verantwortlich für eine Menge an Großartigkeiten, allen voran Eisenbahn, Bier und Frisur. Die Heimat des schüchternen Epochenschöpfers -Böhmen, Tschosloslawien, draußen im Osten beim Gulasch. Jüngste Studienreisen zeigen ihn jedoch mit ganz neuen Ambitionen. Ich bleibe gespannt!

Mittwoch, 9. April 2014

Am rostigen Vorhang

In gewisser Weise scheinen meine Wanderausflüge sich unbewusst an meinen aktuellen lesevorlieben zu orientieren. Wie wäre es sonst zu erklären, dass ich in ein entvölkertes Zonenrandgebiet reise um mal richtig zu entspannen?!

Dahinten liegt das ruhmreiche Österreich - da gehen sie hin, die gnadenlosen eiskalten Grenzen...

Dienstag, 8. April 2014

Endlich zu Hause!

Geschätzte 90% des Jahres träume ich mich hierhin - irgendwas zwischen erbärmlichen 5% und jämmerlichen 10% des Jahres verbringe ich dann hier.
 
Klingt nicht nur für Milchmädchen falsch. Aber egal - Sancho hat den Schwanz hoch erhoben (wer hätte das vor kurzem noch gedacht?!) und ich habe das Haupt stolz erhoben, atme tief durch und speichere....