Montag, 22. September 2014

BSRerbietig

Die Wortwitzologen im Dienste der Berliner Müllabfuhr wurden an dieser Stelle ja schon einmal lobend erwähnt. Ein wenig deuchte es mir, als ob die Ideen in den letzten Jahren nicht mehr ganz so spritzig waren. Doch diese Huldigung hier verdient es hervorgehoben zu werden.



Auch wenn diese Verbeugung selbstverständlich mehr als angemessen ist, wäre ich einverstanden damit auch andere Bezirke zur Kenntnis zu nehmen. Friedrichshainzigartig, Pankosung, Köpeniedlich und Neuköstlich wären meine, mit Sicherheit unwürdigen Vorschläge für die Großmeister der Verbalspielerei.


Samstag, 20. September 2014

Los! Jetzt! Hier!

Kaum isser eingeschrieben im Brandenburgischen schon isser unter lauter komischen Babelszwergen um sie gegen den deutlich heruntergekommenen Erzfeind zu unterstützen. Nett hier. Schön mal wieder die Füße baumeln zu lassen und mehr als den zugewiesenen halben Quadratmeter Fanraum genießen zu dürfen. Nur das Ergebnis stört ein wenig. Halbzeitstand 1-0.

Donnerstag, 18. September 2014

***13***

Es ist mal wieder soweit. Der alte Herr im braunen Pelz feiert Geburtstag. Und das ist dieses Mal zweifellos kein selbstverständlicher. Die dem einen oder anderen von euch auch nicht ganz unbekannten Bandscheiben (und, um eine vielfach vorgebrachte Frage hier ein für allemal aus der Welt zu räumen, ja, auch Hunde können einen Bandscheibenvorfall haben!) führten dazu dass zu Beginn des Jahres ein möglicher 13. Geburtstag eines komplett vitalen Sanchos bestenfalls stark unwahrscheinlich erschien.



Nun liegt ein gutes halbes Jahr hinter uns. Wir haben beide unsere Traumata verarbeitet und uns mehr oder weniger arrangiert mit diesem neuen, letzten Lebensabschnitt. Wir haben die verschneiten Frühlingswinde Böhmens genossen und die ballermannesken Zuckungen der polnischen Rivierea erlebt. Schön soweit und ein unfassbares Geschenk! Doch da geht noch mehr - es gibt noch so vieles, was es gilt gemeinsam zu erleben!

So viele Bäume, so viele Knochen...

...nicht zu vergessen die alljährliche Leckerliprämie!


Dienstag, 16. September 2014

Frisch gelesene Bücher: Die Abschaffung der Arten

Nach der überwältigenden Erfahrung von "Für immer in Honig" nun erneut ein Gedankenblitz aus dem kruden Universum des Dietmar Dath. Angesichts der hier angekündigten Thematik konnte ich einfach nicht widerstehen:

Dietmar Dath erzählt in Die Abschaffung der Arten von einem neuen Zeitalter, das den Tieren gehört, von Krieg und Liebe nach dem Ende der Menschheitsgeschichte. Wenn Charles Darwin Krieg der Welten geschrieben hätte, vielleicht wäre ein Buch wie dieses dabei herausgekommen.
Keine Frage, das klang vielversprechend. Denn schließlich versucht mein eigenes kleines Werk ja ähnliche unbemerkte Tiefen und Möglichkeiten der Tierwelt auszuloten. Und in der Tat - schon nach wenigen Seiten war ich Feuer und Flamme von dem was Dath da angerichtet hatte! Und das meine ich in der vollen Doppeldeutigkeit des Wortes.



Schließlich ist das was hier aufgetan wird, wenn man in der Lage ist, zu folgen, ein unfassbares Konstrukt welches sämtliche bekannten Realitäten verlässt nur um sich ausschließlich mit ihnen zu beschäftigen. Die Vielzahl an funkelnden und originellen Ideen mit denen Dath dies erreicht ist schier unüberschaubar und immer wieder überraschend. (Wie gesagt, so man es versteht. Ich rede hier nur von dem geringen Teil, den ich zu verstehen glaube.) So schält es sich schlussendlich heraus: Es ist eine liebenswert-bizarre Spekulation über eine posthumane Gesellschaft und inwiefern diese gerechter und friedlicher sein könnte.

Doch man muss hart arbeiten für derlei Begeisterungsstürme. Die Kaskade an Fremdwörtern (bzw. aus Fremdwörtern neu geschaffene Wörter), welche wiederum eingesperrt scheinen in nicht enden wollende Satzkonstrukte machen die Lektüre zum Frondienst am Erkenntniswert. Ich sehe zweifellos die Gefahr, dass der Leser hier in einer sonderbaren Mischung aus Faszination und Überforderung aufgibt. Und das wäre genauso merkwürdig - so nachvollziehbar wie schade.

Samstag, 6. September 2014

Potsdamer Postkutscher

Da bei all dem Bürokratieschnick ein Wisch dann doch fehlte, nähere ich mich meiner heiß umworbenen neuen alma mater auf dem Radweg an um ihr eben jenen Schrieb zu überbringen. Wunderschön selbstredend. Doch wie schon vermutet keine alltagstaugliche Anreise!

Freitag, 5. September 2014

Frisch gelesene Bücher: Festung Breslau

In regelmäßigen Abständen, sorgsam eingeteilt gönne ich mir eines der Bücher aus der Krajewski-Reihe. Einerseits aus Gründen spießiger Einteilerei, welche sich derlei Perlen in wohl bemessenen Abständen gönnt, andererseits aber auch ob der leichten Sorge um meine sensible Psyche. Denn die Bücher von Marek Krajewski sind wirklich starker Tobak.

Nachdem an dieser Stelle schon die vorangegangenen Werken  "Der Kalenderblattmörder", "Tod in Breslau" und "Gespenster in Breslau" gebührend begutachtet wurden, geht es nun um den angedachten Abschluss dieser Reihe: "Festung Breslau". Obzwar das belagerte Breslau in der Tat als würdiger Abschluss dieser Reihe zu sein scheint, hat Krajewski noch zwei weitere Bände rangehängt. Selbstverständlich nicht chronologisch weiterführend, sondern in den 20ern oder 30ern spielend.



Denn dieses Buch ist das Ende. Wenn hier, wie vielfach erwähnt, das literarische Themenjahr der Apokalypse zelebriert wird, so möchte ich keine Diskussionen darüber ob dieses Buch hier hingehört. Das Ende des 2. Weltkriegs gehört zweifellos zu den apokalyptischsten Episoden der jüngeren Geschichte und sie ist eindeutig bedrückender, da wir uns hier nicht dem Kitzel der Zombiegefahr oder dem Gedankenspiel des Atomkriegs hingeben. Dieses Katastrophe ist real, gar nicht mal so lange her und jederzeit wieder aufführbar.

Für dieses Buch holte der Meister noch einmal ein kräftigen Schwung düster-depressiver Farben aus seinem Tuschkasten und schleudert den Leser ohne Eingewöhnung in das belagerte Breslau Ende März '45. Ende März 1945?! Obwohl mir der späte Zeitpunkt des endgültige Zusammenbruchs des Nazireichs und die Rückkehr der Gräuel zum Verursacher bewusst waren, war ich dann doch ein wenig irritert. Doch eine kurze Recherche ergab, dass Breslau wirklich erst am 6. Mai kapitulierte! Und so bietet die der Zerstörung preisgegebene Odermetrolpole eine exzellente Kulisse für den letzten Fall von Eberhard Mock. Ich muss hierbei gestehen, dass ich den Fall an sich nur halbherzig verfolgte, dermaßen eingenommen war ich von der unfassbar plastisch dargestellten Endzeitatmosphäre. Ein großartiges Buch. Und ich vermute ja mal zaghaft, dass er es hiermit hätte bewenden lassen sollen. Diese vier Bücher gehören jedenfalls in das Reisegepäck eines jeden Wratislavia-Touristen.

Dienstag, 2. September 2014

Frisch gelesene Bücher: Sommerlektüren

Lang gab es keine Kunde mehr von frischen Schmökereien und dennoch wurde auch im Sommer gelesen. Nicht sonderlich viel, aber doch. Selbstredend auch hier ausschließlich Bücher, die sich mit dem Zivilisationszusammenbruch, vulgo Apokalypse, auseinandersetzen.



   "Ich bin Legende" - Richard Matheson


Ein schon seit längerem überfälliges Buch zu dem ich seit geraumer Zeit schielte. Schließlich diente dieser kleine Roman so vielen Kulturschaffenden als Vorlage. Ob die Idee, den Vampirismus von seinem urprünglichen Wesen, dem katholisch-mythischen zu befreien und ihn schlicht als "Krankheit" umzuinterpretieren, tatsächlich hier zum ersten Mal (1954) aufkam, kann ich schwer beurteilen. Jedenfalls taucht der Name dieses Romans regelmäßig als Inspiration für Stephen Kings "Brennen muss Salem", Romeros  "Nacht der lebenden Toten" oder den "Omega-Mann" auf. Neuerlich kam er wohl mal wieder ins Schlaglicht durch die Verfilmung mit Will Smith in der Hauptrolle.



Und obzwar diese Neuverfilmung schon recht deutlich abweicht von der Intention des Buchs, fühlte ich mich spätestens als ich Smiths Hirschjagd in Manhattan begutachtete, angeregt nun auch mal das Buch zu lesen. Mein Fazit hier ist nun ein einhelliges "Nunja". Einerseits kann ich die Faszination eben jener Idee nachvollziehen. Die Atmosphäre des einsamen Einzelkämpfers in einer feindlichen Welt lockt immer zum Weiterlesen. Auch die Auflösung ist ausnahmsweise mal nicht platt oder vorhersehbar. Dennoch blieb der Spannungsbogen verhältnismäßig flach und die Sympathie zu dem Protagonisten hielt sich in Grenzen. Ein wichtiger Klassiker zweifellos. Doch keiner an dem mein Herzblut kleben geblieben ist.

  "Schwarz: Der dunkle Turm" - Stephen King

Warum nicht einmal wieder Stephen King? Sommer, Sonne, Strandurlaub - Zeit für ziegelsteindicke Schmöker. Erst recht wenn derlei klobige Leseelemente keineswegs mehr logistische Unmöglichkeiten sind, sondern nur noch ein unbedeutender Bitschauer auf meinem elektronischen Lesedings.


Oh, es las sich gut an was ich im vorher über diese, vom Autor selbst als sein wichtigstes Werk bezeichnete, achtbändige, düstere Fantasy-Saga las. Der achtbändige Romanzyklus vereine Elemente der Genres Western, Horror, Science-Fiction und Liebesroman in sich. Zur Vollendung hätte der, sonst streberhaft hektisch vielschreibende King ganze 30 Jahre benötigt. Und dergleichen mehr appetitanregende Fakten. Zu dumm nur, dass ich nicht angebissen habe. Zu langatmig der Charakteraufbau, zu dröge und esoterisch die Handlung, welche sich schon nach wenigen hundert Seiten zaghaft zu erkennen gibt. Nein, ich werf das Handtuch. Getreu der Erkenntnis dass beschränkte Lebenszeit unfairerweise gleichbedeutend mit beschränkter Lesezeit ist, spare ich mir den Rest auch in Anbetracht der Masse die da noch warten würde.



Ganz anders ging es mir mit diesem Roman. Und das hat mich dann doch ein wenig überrascht. Schließlich handelt sich im Großen und Ganzen hier um einen Politthriller der eher üblichen Sorte. Ein mysteriöser Mors als Eingangsplot, gefolgt von Vertuschungsstrategien der mächtigen Strippenzieher im Hintergrund, diese werden von einem chancenlosen Außenseiter angegangen und selbstverständlich erfolgreich aufgedeckt. Soweit so schon hundertmal gehabt. Was dieses Buch jedoch vom Rest abhebt, ist einerseits die außergewöhnliche Rahmengeschichte, die andererseits auch noch meisterhaft mit der Story verwoben wird. So das sie mehr als ein Hintergrund ist wie es die meisten Alternativgeschichten betreiben.



Denn erstaunlicherweise ist die Einbettung eines Politthriller in eine postapokalyptische Welt eine erstaunliche Seltenheit in diesem Genre. Und so war ich beeindruckt von dem Universum, welches Dubois erschafft. Mit welcher Geduld er uns an die Hand nimmt und uns die vielen Kleinigkeiten und Lebensumstände einer Welt erklärt wie sie ausgesehen haben könnte wenn die Kubakrise Anfang der 60er den Kalten Krieg beendet hätte. Sicherlich steckt hierin das Hauptkümmernis dieses Buchs, die Krux jeder Alternativhistorie - die Spekulation des Geschichtsverlaufs muss hingenommen werden um an diesem Buch seinen Spaß zu haben. Und da gibt es natürlich zahlreiche Momente, die einem zumindest kritisch erscheinen. Aber somit löst es Diskussionen aus und regt zum Nachdenken über Geschichte an. Und damit will ich für heute mal zufrieden sein.

Donnerstag, 28. August 2014

Oder-Neiße-Friede-Freude-Palatschinken

Und schon ist er herangekrochen, der letzte Sommerferientag. Oderwasser im Haar, Herbstsonne auf der Haut schaue ich wacker dem Winter entgegen. Viel ist zu tun: Union zum ersten Sieg überreden, Tempelhof katalanisieren, den Wedding verteidigen - es bleibt spannend. Auch abseits der Gazellenfährten.

Mittwoch, 27. August 2014

Flussquartett

Und somit wären wir nach Havel, Elbe, Elster an der Neiße angekommen. Womit sich auf recht zauberhafte Weise dieser lange Sommerradausflug schließt. Denn wohin fließt dieses Flüsslein letzten Endes? Hin nach Świnemünde - dort wo alles begann.
Die Neiße an sich becirct bislang gewaltig. Wie sie sich da elegant in der neutralen Zone vor sich hin schlängelt - sehr reizvoll. Selbstverständlich auch bei der letzten Himmelsrichtung Nord heute mit Gegenwind!

Heutiges Tagesziel: Wilhelm-Pieck-Stadt Guben

Freitag, 22. August 2014

Elben in der Bade

Hab's einfach mal riskiert. Wer könnte bei derlei Angeboten schon widerstehen?! Bislang keine Auffälligkeiten zu beobachten!