Montag, 31. Mai 2010

Gówno Kowno

Nach den bereits angesprochenen Wetterinformationsirritationen mag es nicht sonderlich überraschen, dass an dieser Stelle noch etwas zu diesem Thema folgen würde. Hier ist er also, der offizielle Stadtveriss zu Kaunas!

Fangen wir es gemächlich an. Selbstverständlich ist die zweitgrößte litauische Stadt (360.000) nicht unbedingt jedem ein Begriff und gehört erst recht nicht zu den Flaggschiffen des europäischen Tourismus. Nein, auch wenn man hier immerhin fünf verschiedene Namen sein eigen nennt (zusätzlich noch Ковно, Коўна, Kowno und Kauen), ruft Kaunas in den meisten deutschen Hirnen lediglich irrlichternde Assoziationen aus, welche wenn auch diffus in baltischen Gefilden schlingern, keine rechte Zuordnung ermöglichen. Nichtsdestotrotz ergriffen wir das Angebot der Billigfliegermafia und knöpften uns besagtes Städtchen vor. 

Der erste Eindruck war überraschend. Bei feinstem Sonnenschein stolperten wir in ein aufgeregtes, ja nachgerade turbulentes Treiben hinein. Welch ein Glück - es war grad' Stadtfest. Wir nahmen mit was mitzunehmen war. Doch nachdem wir einen kleinen Mittagsschlaf absolviert hatten und erneut hinaus traten, war alles wie weggeblasen. Stille und Leere. Einsamkeit und Verlorenheit. Verstört wandelten wir durch die Ausgestorbenheit der vorgeblichen Partymetropole. Es sollte dies das beherrschende Gefühl der nächsten Tage werden. Sicher, wir hatten damit gerechnet als Touristen hier einen gewissen Seltenheitsstatus zu haben, aber diese Art der Exklusivität war dann doch ein wenig überraschend. Wo auch immer wir uns hinwanden um unseren Job als Touristen nachzugehen, Hotel, Restaurant, Museum oder Kneipen, stets waren wir allein oder zumindest sehr einsam. Das hat natürlich auch etwas, war auf die Dauer aber dann doch gewöhnungsbedürftig.

Der Partystrip von Kaunas in aufgekratzter Feierlaune. Noch zehn Minuten dann wird's richtig öde. Dann schließt nämlich die letzte Kneipe.

Ursache für diesen Zustand ist mit Sicherheit auch die restriktive Handhabe gegenüber dem Vergnügen an sich. Ab 22 Uhr wird kein Alkohol mehr verkauft, die meisten Etablissements schließen zwischen 23 und 24 Uhr - und keiner stört sich daran. Es ist Normalität und anscheinend ist es diese Art von Friedhofsruhe die die hiesigen Fischköppe bevorzugen. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden. Jede Mentalität soll sich ihre Lebensbedingungen so gestalten wie sie ihr gefallen. Was mir aber im Baltikum immer wieder auffällt, ist, dass wenn man Spaß hat und sich wohlfühlt, es immer in Gesellschaft der ungeliebten, hier verbliebenen Minderheit der Russen ist. Mir ist durchaus bewusst, dass diese den baltischen Völkern in der Vergangenheit nicht eben gut getan haben, doch aus meiner Sicht bleiben sie der Hoffnungsschimmer in trostloser baltischer Nacht. 

So verbleibe ich mit ermüdeten Grüßen an das wegdämmernde Litauen und empfehle es einzig dem gestressten Workaholic, der sich mal wieder so richtig ausschlafen will. Nichts für ungut und angenehme Träume!  

Donnerstag, 27. Mai 2010

Abgekaute Ortsangaben

Wenn einer eine Reise tut, dann interessiert ihn selbstverständlich auch das Wetter vor Ort. Hierfür ist Freund Internet in der Regel eine recht zuverlässige Quelle. Und so ahnte ich nichts Böses als ich vor wenigen Tagen nach meinem Reiseziel Kaunas suchte. Angsichts der Auswahl litauischer Städte war ich zunächst überrascht die zweitgröste Stadt dieses Landes hier nicht zu finden. Doch dann dämmerte es mir: Kaunas firmierte hier unter der so widerwärtigen wie irritierenden Bezeichnung "KZ Kauen".

KZ Kauen? Was soll das denn bitte?! Dass Kauen die deutsche Bezeichnung für Kaunas ist - geschenkt. Obzwar ich, so Aussprache machbar für die deutsche Zunge ist, schon immer dafür eintrete, die Ortsbezeichnung der gegenwärtigen Titularnation zu verwenden. (Bsp.: Ich verstehe jeden der weiterhin Stettin sagt, aber Pressburg statt Bratislava zu wählen, krieg ich nicht hin!) Aber was soll denn bitte KZ heißen? Klimazone? Kaltes Zimmer? Klein Zerkleinerndes? Das aktive wie passive Gedächtnis hat hier mit großem Abstand nur eine Bedeutung parat. Dies wollte der überhitzte Praktikant, der hierfür zuständig war, mit Sicherheit nicht ausdrücken. So bleiben wir verstört zurück und bitten dringendst um Aufklärung.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Wofür das alles?

Zugegeben, das drohende Ende von Lost setzt uns allen gewaltig zu. Zwar haben wir alle immer gewusst, worauf wir uns mit dieser Serie einlassen, ja wir waren sogar begeistert als wir erfuhren, dass die Macher, unabhängig vom Erfolg, nach sechs Staffeln definitiv Schluss machen wollten. Das sprach für jene Art von abgesicherten Niveau, welches möglichst wenig durch kommerzielle Ausschlachter beeinflusst werden konnte. 

Kandidaten mit Schlamasselauslöser in gemütlicher Auflösungsrunde

Doch mittlerweile spüren wir alle die Angst vor der Stille nach dem letzten Schuss. Daher kann man sich bei der vorvorletzten Folge halt dann doch irgendwie nicht mehr so entspannen wie bei all den Folgen zuvor. Es macht sich unweigerlich eine Stimmung breit die zwischen nervöser Ungeduld und ängstlicher Wie-wollen-sie-das-bitte-alles-noch-klären-Panik pendelt. Natürlich schafft man es bei all den Stimmungsschwankungen, sich trotzdem genussvoll am Kunstwerk Lost zu weiden, aber die Unbefangenheit der ersten Liebe ist ebenso verschwunden wie die rasende Leidenschaft der unersättlichen Gier auf mehr. 

Und um die Ausmaße des zurückgelegten Weges nochmals gebührend zu würdigen, hier einmal alle Toten von sechs Staffeln im Schnelldurchlauf.



Dennoch wollen wir einen vorsichtigen Blick auf die Ereignisse von "What They Died For" wagen. Auf der Insel geschieht einiges. Die Selektion geht munter weiter: Richard und Widmore gehen sang- und klanglos dahin. Das lang erwartete, klärende Gespräch zwischen Jacob und dem kläglichen Haufen der Kandidaten findet statt. Jack stürmt vor sobald er Verantwortung wittert und Flocke will nun nicht mehr nur weg von der Insel sondern gibt vor, sie zerstören zu wollen. Nebenher ergattert Ben erneut eine vielversprechende Anstellung bei der dunklen Seite der Macht. All dies erweckt, so spannend und interessant jede einzelne der Entwicklungen auch ist, den Eindruck von Erwartbarkeit oder zumindest von einer berechenbaren Zuspitzung des letzten Kampfes. Doch dies alles sind Dinge, die ausgesprochen werden und geschehen müssen auch wenn man sich das meiste davon schon gedacht hatte. Letztlich schafft sich hier ja nur die Sorge Raum, dass noch so viele Fragen offen sind, bzw. die möglichen Lösungen zu billig oder zu wischiwaschi sein könnten. 

Vom Chefdiaboliker zum hoffnungslos verwirrten Verarschungsopfer für jedermann. Der Wandlungsmeister schlechthin ist wieder im Geschäft!

Was mich jedoch in dieser Hinsicht immer mehr beruhigt, ist der Alternativzeitstrahl. Lange hatte ich ihn leicht gelangweilt und irritiert beäugt. Doch nach den Handlungen Desmonds in der vergangenen Folge sehe ich diese ganz anders. Anscheinend hat die "Konstante" einen weitergehenden Plan mit all den 815ern als sie ausschließlich mit dem Kontakt zu jener Parallelwelt zu versorgen. Irgendeinen tieferen Sinn für all das ist hier am entstehen. Vage Verdachtsmomente wabern desterwegen in mir herum. Möglicherweise verlieren all die Ereignisse auf der Insel an Macht durch das was Desmond in der Alternativwelt anstellt?! Zu dieser herumtastenden Vermutung gesellte sich am heutigen Vormittag in munterer Administratorenrunde eine handfeste Theorie.

Wenn wir für Lost die Viele-Welten-Theorie zu Grunde legen, so existieren zeitgleich unendlich viele Universen die friedlich nebeneinander koexistieren. Durch die Atomexplosion wurde nun der "normale" Zeitstrahl unterbrochen und ein alternativer Zeitstrahl mit Wirkmacht ausgestattet. Natürlich existieren jetzt einige Menschen in beiden Welten, aber das tun sie ja, wenn wir die Viel-Welten-Theorie annehmen sowieso. Das Besondere ist jetzt nur, dass einige Menschen in der Alternativwelt durch eine Anomalie namens Desmond Kontakt zu der Inseldimension herstellen können. Was dies auslöst? Keine Ahnung. Aber es hat eine Bedeutung. Viel entscheidender ist ein anderer, im morgenlichen Donnerstagsfieber geschaffener Geistesblitz: Wenn also Flocke tatsächlich siegen sollte, so wird er, wie vorgesehen in die Welt hinaus entfleuchen, um Tod und Verderben über sie zu bringen. Doch durch den Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum wird er hierbei scheitern, denn er wird quasi die falsche Abfahrt wählen und in einem Universum landen, welches nun nicht mehr existiert. Tusch! Trara! Das ist doch mal 'ne Idee, wa?

In diesem Sinne - ein großartiges Finale euch allen und seid stark! Schließlich ist es dann doch nur eine Fernsehserie.  

PS: Als große Empfehlung zur Überbrückung bis zum großen Tag sei übrigens die folgenauswertende Konkurrenz empfohlen. Was habe ich über seine Bilanzen gelacht in den letzten Wochen. Neidlos zieh ich meinen Hut und werde wohl auch ohne Lost mal wieder vorbeischauen. Aber nach Essen werd' ich wohl eher nicht kommen!   


Montag, 17. Mai 2010

Frisch gelesene Bücher: Die Rebellen von Irland

Es mag nicht sonderlich überraschen, dass ich nach der letzten, literarischen Überanstrengung mich nach etwas seichteren Gewässern sehnte. Da kam mir einer der Schmöker von Herrn Rutherford gerade Recht. Die "Die Rebellen von Irland" gehören im übrigen auch zu jenen Bänden, die mir im letzten Jahr auf der Straße zugelaufen waren und so war es nun endlich an der Zeit es auch in meine Lesegwohnheiten aufzunehmen. ich hatte bereits vor einiger Zeit eine ähnliche Schwarte von Rutherford, und zwar "London" gelesen, und wusste daher so relativ auf was ich mich einlassen würde. 

Bücher, die mit romantisch-kitschiger Gemäldepose auf dem Umschlag und Zitaten wie "EIN UNWIDERSTEHLICHES EPOS" daherkommen, gehören meist nicht zu den Fackelträgern bahnbrechender Literatur. Und dennoch - beide Romane haben auf ihre Art etwas. Es sind breit angelegte Familienchroniken, die ohne viel Mühe einen entspannten Blick auf die Gezeiten der Geschichte bieten. Und auch wenn alles sehr einfach und überschaubar wirkt - die Guten sind stets auch gutaussehend, die üblen Gestalten in irgendeiner Weise behindert; wer als Kind sonderbar war, ist es unter Garantie auch als Erwachsener und gewisse Entwicklungen sind einfach vorherbestimmt - letztlich vermag es Rutherford dann doch, einem zu einer neugierig machenden Einstiegslektüre für die jeweilige Region überzuhelfen. 

Speziell die Textsequenzen, welche ohne handelnde Personen auskommen und sich auf die charakterisierenden Geschehnisse der jeweiligen Zeit konzentrieren, machen einen gut recherchierten Eindruck. Auch sei angemerkt, dass trotz des leicht parteiisch anmutenden Titel, das Buch keinerlei Stellung bezieht und den, die Jahrhunderte durchziehenden Konflikt angenehm neutral präsentiert.

Fazit: Dieses Buch sei jedem empfohlen der bisweilen ein herausforderungsarmes Leseplanschbecken benötigt. Zwar wird man hier nie genug Tiefgang zum Schwimmen haben, eine willkommene Abkühlung ist dieses Buch aber in jedem Fall.     

Donnerstag, 13. Mai 2010

Wir bleiben verwirrt


Einleiten möchte ich den dieswöchigen Folgenbericht mit einem unverhohlenen "Hääää?". Nicht dass dies ein sonderlich ungewohntes Gefühl nach einer Lostfolge wäre, aber "Across the sea" ließ uns definitiv verwirrter zurück als üblich. Selbstverständlich waren wir vorbereitet. Die Sneek ließ einiges erwarten.



Es war unschwer zu erraten, dass diesmal am offenen Herzen operiert würde. Endlich sollten wir mehr erfahren über den Beginn von allem. Die Kindheit der beiden, späteren Widerparts sollte doch wenigstens etwas Aufschluss geben über Motive und Ursachen des ganzen Wirrwarrs.

Dem war so, aber auch wieder nicht. Es war eine über alle Maßen prickelnde Folge. Und dennoch war es irgendwie so als dürfte man endlich in der geheimen Schublade der Eltern wühlen und würde trotzdem nichts mit dem Inhalt anfangen können. So waren wir zwar Zeugen der Entstehung des Rauchmonsters, wissen aber so wenig wie zuvor über Prozess und Bedeutung des Gesehenen. Nein, ich gestehe massive Ratlosigkeit nach dem Genuss dieser Folge. Selten saßen wir nach danach solange beisammen und diskutierten das Erlebte.

Ich habe demzufolge erschreckend wenig Erhellendes anzubieten. Bestenfalls eine mickrige Hypothese und eine Meinung. Erstere betrifft das helle Licht, was im zentralen Interesse aller handelnden Personen steht. Jenes hellste und wärmste Licht schlechthin wird ganz banal als der Grund für die Anwesenheit der Zwillinge dargestellt. Zudem folgt der Schlüsselsatz, dass ein Teil dieses Lichts in jedem Menschen wäre. Sollte es jedoch hier verlöschen, würde es überall verlöschen. Abseits der sich hier aufdrängenden Parallele der bekannten Warnungen von Widmore und Konsorten, wage ich mich weit heraus und behaupte, dass diese Beschreibung mir doch verdächtig nach Gott riecht. Denn irgendwie kennen wir dieses Gleichnis doch von den meisten Religionen. Soviel zur Hypothese...

Eine Meinung, die ich loswerden will, ist die, dass ich, egal was noch kommen sollte, nicht einverstanden bin mit dem miterlebten Muttermord. In meinen Augen gibt es hierfür kein rechtschaffenes Motiv und eine Macht, die zu solch einem Mittel greift, kann keine grundgute sein. In diesem Sinne bleibt die moralische Bewertung der beiden Antipoden für mich weiterhin offen.

In diesem Sinne - wir sehen uns in der nächsten Folge, Bruder!

PS: Daneben möchte ich es keineswegs unterlassen euch diese Perle, die mir meine unermüdliche Lost-Recherche erbrachte, vorzuenthalten.

Dienstag, 11. Mai 2010

Verspielte Zeit

Immer öfter ertappt sich der betagte Mittdreißiger in mir ja dabei wie er all den neumodischen Schnickschnack verachtet und die angeblich so viel höhere Qualität und den, die Zeiten überdauernden Wert des Zeitgeists der eigenen Jugend anpreist. Allzu oft hört man sich in solchen Momenten sehr alt an, verdammt alt und auf vertraute Weise spießig ahnungslos.

Möglicherweise befinde ich mich somit in der unvermeidlichen Anflugsschneise jeglicher Generationen vor mir. Und dennoch. Möge die Unbestechlichkeit der Geschichte entscheiden was an Miley Cirus, Flatratesaufen, Facebookeritis und Handyabhängigkeit in Tateinheit mit Analphabetismus und fröhlich in Kauf genommener Entpolitisierung die kulturell bedeutsamen Entwicklungen sein mögen, ich hege da eher leise Zweifel. Aber in einem Punkt möchte ich ohne jede Rücksichtnahme kategorisch intervenieren: Computerspiele! 


Was hätten wir für Möglichkeiten! Schließlich ist ein nicht unbedeutender Teil des Weges, den die aktuelle Computertechnologie zurückgelegt hat aufgrund der unerbittlichen Ansprüche der Gamer-Fraktion bewältigt wurden. Und dennoch. Kein noch so aufwändig gestaltetes, kampagnenstrotzendes Supergame der Gegenwart kann mit den puristischen, aber wahrhaftig innovativen Spielen der Anfangszeit mithalten. Und ich möchte hier nicht auf die Nostalgiedrüse drücken. Mir geht es weniger um Retromomente wie Pacman oder Space Invaders, da bin ich offen genug um zu erkennen, dass speziell in diesem Segment der Fortschritt etwas gebracht hat. Aber die etwas komplexere Welt der Strategiespiele konnte vom Technologieschub meines Erachtens kaum profitieren. Keines der heutigen Spiele kann jene tüftelnde Glückseligkeit erzeugen, zu der die ersten Point-and-Click-Adventures mit erstaunlicher Leichtigkeit in der Lage waren. Aus diesem Grund erregte mich die Möglichkeit eines fiktiven Lostspiels in diesem Stil natürlich ohne Maßen. Diese Zeiten sind natürlich vorbei, aber man wird doch noch träumen dürfen...

Montag, 10. Mai 2010

Hundsgemeine Krise

Dass ich der Hundheit als solcher in hoffnungsloser, glühender Verehrung verfallen bin, sollte allgemein bekannt sein. Daher konnten mich die Berichte über "Kanellos, The Greek Protest Dog" verständlicherweise nicht kalt lassen. Angesichts der Tatsache, dass mein Herz einem Hund gehört, der schon bei sanftesten Knallgeräuschen panisch nach möglichen Möbelunterständen Ausschau hält sowie schon geringfügigste Abweichungen von, den Menschen zugebilligter Konformität, mit äußerster Skepsis begegnet, habe ich größten Respekt vor Hunden wie Kanellos. Sich herrenlos und freiheitsliebend an der Seite der Entrechteten furchtlos der Knute der Autorität entgegenstellen. Und das mit diesen Ohren! Keine Frage, dies ist genau die Mischung, die in mir kitschig-sozialromantischen Gefühle mit überbordenden Zuneigungsattacken der finstersten Sorte aktiviert. Da bin ich völlig ausgeliefert!

Zur gegenwärtigen Krise in Griechenland sollte man den Blick jedoch ganz unromantisch schärfen. Da ich mich bei derlei Themen nicht kompetent genug fühle, übergebe ich jenen das Wort, die dies entschieden besser bewerkstelligen. Ausgezeichnete Informateure müssen diesbezüglich nicht lang gesucht werden: Von Spreeblick, über den Spiegelfechter bis hin zu den reizvollen Visionen von weissgarnix - gibt es zahlreiche Quellen, die einem einen ausgewogeneren Blick auf die Problematik ermöglichen, als es die derzeit tobende Sozialneid -und Vorurteilsdebatte der heimischen Hetzpresse tut. Auch wenn es nicht so einfach zu verstehen ist - es lohnt sich!

         

Samstag, 8. Mai 2010

Снова и снова - СПАСИБО!

Auch wenn der heutige Feiertag, der Befreiung vom Hitlerfaschismus nicht wirklich en vogue mehr ist - ich möchte mich gerne, wie jedes Jahr an diesem Tag bedanken. Da die Befreiung dieses Jahr quasi ins Rentenalter kommt, sollten wir umso sorgsamer mit ihr umgehen und vielleicht etwas mehr machen, als lediglich einmal im Jahr an sie zu denken.  

Donnerstag, 6. Mai 2010

Der große Kehraus

Und endlich, so will man meinen, geht's in die Vollen. Nach zwei qualvollen Wochen und dem genüsslichen Auf-der-Stelle-treten der letzten Folge gewinnt alles wieder an Fahrt. Prinzipiell kann man die Haupterkenntnis der vergangenen Folge "The Candidate"  in wenige Worte fassen, und zwar: 

Flocke muss die Kandidaten umbringen um von der Insel zu kommen, all seine Bemühungen hatten einzig und allein dieses Ziel, doch er kann es nicht selber bewerkstelligen. Sie müssen sich entweder gegenseitig oder selbst umbringen.

Dies war an sich ja schon immer als Verdacht virulent. Doch, auch auf die Gefahr hin mal wieder alles falsch verstanden zu haben, behaupte ich, dass das zuvor Gesagte nunmehr als bestätigt gelten kann.

Da waren's nur noch drei. Die Kandidatenfrage nähert sich mittels unnatürlicher Auslese immer weiter ihrer Beantwortung. Bliebe hier die Frage, was es mit Kate auf sich hat, dass sie bis jetzt am Leben geblieben ist. 

Und wenn Flocke sie vernichten will so gelang ihm das bislang nur unvollständig. Selbstverständlich wurden in der gestrigen Folge nicht alle Kandidaten niedergemetzelt. Doch es war schon eine recht beeindruckende Reduzierung des Stammkaders, dem wir beiwohnen durften. Die Kwons und Sayid sind wohl die prominentesten Beispiele bei denen man ungläubig den Monitor fixierte. Auch der unfaire Schuss aus dem Hinterhalt auf Sommersprosse, bei dem mir ein recht unmännlicher Kreischer entfuhr, sei an dieser Stelle angemerkt. Insgesamt handelt es sich bei dieser Folge um einen wahrhaft wilden Ritt, der einem manches abverlangt und wohl dennoch nur der harmlose Beginn eines, sich immer weiter steigernden Finales sein wird. 

In diesem Sinne - wir sehen uns in der nächsten Folge, Bruder!

Auch dies empfinde ich als angenehmen Nebeneffekt der letzten Staffel - das Wiedersehen mit alten Freunden. Ich hatte ja schon einmal den Klassentreffeneffekt des Alternativzeitstrahls erwähnt. Und so fragte ich mich nun ob es eigentlich irgendeine wesentliche Figur der letzten Staffeln gibt, die hier noch einen Auftritt verdienen würde?!

Dienstag, 4. Mai 2010

Kulturen in Farbe

Schon einmal wies ich auf die teilweise wirklich wunderschönen Kreationen des Infographikepizentrums der Blogosphäre hin. Doch angesichts erneuter, tiefer Versunkenheit in eines ihrer jüngsten Werke möchte ich es nicht versäumen an dieser Stelle darauf hinzuweisen. Thema ist dieses Mal "Coulours in Cultures".

Mittels schicker Kreisform wird hier in unvermeidbar pauschalisierender Form nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden hinsichtlich der assoziativen Kraft der Farben gesucht. Denn schließlich, so könnte man ja vermuten, sollten doch zumindest einige universelle Phänomene weltweit die gleichen Farben für sich reklamiert haben.

Doch dem ist nicht wirklich so. Beispielsweise ordnen lediglich Japaner, Indianer und unser bescheidener Kulturkreis dem Tod die Farbe Schwarz zu, während so eine elemantare Sache wie Liebe kulturübergreifend einen nahezu kunterbunten Eindruck macht. Angenehmerweise verzichtet man gern darauf, auf Teufel komm raus jedem Kulturkreis zu jedem der 84 (!) Themen eine Farbe zuzuorden. Daher ist das schillernde Kreisdiagramm auch eine Offenbarung in Sachen Mut zur Lücke. Und dennoch vermag die Grafik einen Hinweis dahingehend geben, dass es in gewissen Punkten über die Kulturgrenzen hinweg Übereinstimmungen geben könnte. Wärme und Kälte sind diesbezüglich mögliche Anwärter, aber auch das Böse, bzw. Leidenschaft zeigen erstaunliche Deckungsgleichheiten.