Dienstag, 21. Dezember 2010

Nepper, Stümper, Fahrgastfänger

Obwohl ich ja für mancherlei Unbill des Lebens gern Inkompetenz und Dilettantismus verantwortlich mache - im Falle des neuerlichen Scheiterns auf deutschen Schienen nagt an mir so manch Verschwörungstheoretisches. Wenn man die Verkehrsalternative auf Gleisen diskreditieren und sie dem Volke auf Dauer vergällen wollte, dann würde das doch genauso aussehen, wie wir es gerade am eigenen Leibe erfahren dürfen. Es ist kein Ding der Unmöglichkeit den Schienenverkehr unter widrigsten Witterungsverhältnissen am Leben zu halten. Im Gegenteil - diese Art der Fortbewgung ist Autos und Flugzeugen gegenüber weit überlegen. Bei richtiger Pflege, Wartung und Voraussicht, versteht sich! Wen mag es verwundern, dass diesbezüglich unsere russischen Freunde wertvolle Erfahrungen haben.



Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen. Zugegeben, in seinem allgemeinen Geltungsanspruch mag diese Volksweisheit vielliecht ein wenig zu weit gehen. Aber wie man Züge durch den Frost bringt, in dieser Frage könnte man sich schon mal kurz im Osten weiterbilden. Aber das wollen wir ja gar nicht, hab ich recht?!

Nachtrag:
 
Jut, meine aufmerksame Leserschaft hat mich zurecht darauf hingewiesen, dass es sich bei dem oben abgebildeten Schneepflug mitnichten um ein russisches Exemplar handelt. Sei's drum. Ein Blick durchs Internet beweist, dass ich nicht der einzige war, der auf diesen Feher reinflog. Einmal mehr ein Beweis für die auserlesene Qualität meiner mitlesenden Freunde. Nachfolgendes Filmdokument kommt nun aber definitiv aus Russland. Und nicht nur das - sondern gar aus dem Sachaliner Oblast. In dieser absurd unwirtlichen Gegend zimmert der Russe also nicht nur Schienen hin, nein er schafft es offenbar auch noch den Betrieb auf ihnen selbst im dreistesten Winter aufrechtzuerhalten.    

Sonntag, 19. Dezember 2010

Frisch geschriebene Bücher: Köterdämmerung

Es ist vollbracht! Gerade noch rechtzeitig zum lukrativen Weihnachtsgeschäft präsentiere ich mein Erstlingswerk. Und ich halte mich nicht nur bei einer Präsentation auf, sondern ich wage mich sogar mit einer definitiven Kaufempfehlung heraus. Alles ist vorbereitet die Onlinedruckereien harren ungeduldig eurer Bestellungen, 274 Seiten prickelndstes Lesevergnügen warten darauf entdeckt zu werden. Doch bevor ihr wie wild die Kreditkarten zückt und Hamsterbestellungen tätigt, vielleicht noch ein paar Worte zu dem was ihr da erwerbt.

köterdämmerung

Diese wunderschöne, kleine Buch begann irgendwann einmal als Enspannungsübung. Nach all dem akademischen Blabla, den ich mir damals tagein tagaus abwürgte, tat es einfach gut, mal frei nach Schnauze vor sich hin zu phantasieren. Wen mag es verwundern, dass das Thema des Romans nicht ohne Hunde auskommen konnte und natürlich in Berlin spielen musste. Dabei ist es mehr als ein Hundeversteherbuch oder eine Hommage an den besten Freund des Menschen. Was sich hier Raum beansprucht, ist eher die in mir wohnende Sehnsucht, dass das was wir wahrnehmen möglicherweise nur ein Teil der Realität ist. Paralleluniversen, fremdgesteuerte Traumwelten oder ähnliches sind ausgefeilte Gedankenspielereien, doch letztlich könnte es auch noch viel banaler und vor unser aller Augen sein. Eine Welt unentdeckt von der Welt, die von sich glaubt die Allgemeingültige zu sein.

In Köterdämmerung entwerfe ich die Möglichkeit, dass der Mensch sich von der Gesellschaft des Lebens auf diesem Planeten entkoppelt hat. Reaktionen und Anpassungen der Tierwelt nehmen demzufolge großen Raum ein. Daneben ist dies auch ein Versuch auf die Veränderungen in meinem Kiez einzugehen. Der Geburtenrausch und der damit verbundene, unübersehbare Umschwung im Stadtteil sind elementarer Bestandteil des Spannungsbogens. Schließlich sind jene Neugeboren im Kampf um die Macht auf diesem Planeten alles andere als unschuldig und harmlos.

So weit so verwirrend, nehme ich an. Ich denke, ihr habt keine andere Wahl als zuzuschlagen und euch selbst ein Bild zu machen. Solltet ihr über ein Paypal-Konto oder eine Kreditkarte verfügen könnte es nicht einfacher sein. Denn in Zeiten grassierender Digitalisierungen bin ich nicht mehr auf demütigende Verlagsbeurteilungen oder schummrige Copyshops angewiesen. Ein Unternehmen mit dem klangvollen Namen lulu.com übernimmt dies alles. Also einfach auf diesen wunderfeinen Link klicken und schon liegt der Lesespaß auf dem Gabentisch.   

Sonntag, 12. Dezember 2010

Adventslichtlein

An sich sollte dieses kleine Kunstwerk unter den wacheren Netzbewohnern schon einen gewissen Bekanntheitsgrad errungen haben. Dennoch bin ich der Ansicht, dass egal wie alt der Hut sein mag, ein derart schimmeliger dritten Advent nach ein solch erfrischendem Stück Feuerwerk verlangt.

Samstag, 11. Dezember 2010

Frisch gelesene “Bücher”: LOST –Gefangen im Netz der Lügen

Was macht der Junkie nicht alles um seinen nächsten Kick zu bekommen?! Prinzipiell alles. Und so steh ich nun hier, ich armer Tor und gestehe der zu recht peinlich berührten Weltöffentlichkeit, dass ich mir nicht zu schade war dieses fade Surrogat einer Jahrhundertserie zu lesen. Manchmal sollte man eben einfach darauf verzichten, in die Scheiße zu greifen, um zu erfahren, dass es Scheiße ist.

lost-buch

Vielleicht könnte man es sogar so zusammenfassen: Ein “Buch” zu einer/m Serie/Film kann per se nur schlecht sein. Mit viel Glück kann man auf Lesevergnügen hoffen, sollte ein Buch bereits vor der Verfilmung existiert haben (s. bspw. Flash –> FlashForward). Andernfalls befindet man sich mit einem solchen Buch immer auf der Verliererseite, ist es doch nichts anderes als eines von vielen Retortenkreationen der umtriebigen Merchandising-Abteilung. Quali- und Originalität bleibt hierbei genauso selbstverständlich auf der Strecke wie beim x-ten Dharma-Utensil oder andere lieblos zusammengeraffte Devotionalien. Dabei hätte die Idee eines Buchs zur Serie hier wirklich etwas. Ich persönlich träumte bisweilen von der reizvollen Idee, im Anschluss an die letzte Folge eine mehrteilige Romanserie herauszubringen, in der endlich und endgültig alle Rätsel und Mysterien abgearbeitet werden würden. Da dies bei der Anhäufung von Fragen im Fernsehformat nahezu unmöglich wäre, böte sich das gute, alte geschriebene Wort hierzu förmlich an. Aber daraus wird wohl nix!

Anzumerken bliebe allein noch eines: Wie kommt es wohl zu den astronomischen Summen die man mittels amazon (LOST) bei privaten Anbietern für diesen Schund blechen darf? 89€??! Hab ich da irgendwas nicht verstanden? So ein Müll kann doch auch durch die kleinste Auflage nicht wertvoll werden. Ich bin entsetzt!

Fazit:  Hände weg! Ich bin hier an der Bücherfront für euch, damit ihr so einen Mist nicht machen müsst (was ihr wahrscheinlich sowieso nie getan hättet!) Dünner Schund ohne Substanz und Charakter. Insbesondere LOST-Fans seien gewarnt. Widersteht der Versuchung!  

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Vorfreude, letzte Freude!

Es ist ja bei erschreckend vielen Sachen im Leben so, dass die Vorfreude auf etwas, das Resultat des heftigst Erfreuten bei weitem übersteigt. Das lässt den Fatalisten beifällig murmeln, da man, so man sich noch soviel Naivität bewahrt hat, wenigstens befristet Grund zum Freuen hat. Der Optimist sieht in diesem Phänomen eine Bestätigung seiner Weltsicht, wenn selbstverständlich zu unbeherzt und nachlässig, aber nichtsdestotrotz ausbaufähig. An sich also eine äußert akzeptierte Angelegenheit, diese Sache mit der Vorfreude.

So freuen wir uns also auch mit der nachfolgend glücklich juchzenden Dame, die sich angesichts ihrer Wahlentscheidung gar nicht wieder einkriegen kann. Meines Erachtens gibt es ja kaum ein Ereignis, welches das Prinzip der auf Vorfreude einsetzenden Ernüchterung besser darstellen könnte als eine Wahl. Aber ich bin ja ein empathisches Wesen und freu mich immer gerne mit. Würde nur zu gerne wissen wer, speziell zur Zeit in Spanien heute noch so gluckst. Egal was er gewählt hat. So gesehen, soll froh sein, wer sich wenigstens noch vorher zum freuen motivieren kann.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Frisch gelesene Bücher: Im Brunnen der Manuskripte

Ja, ich weiß wie das jetzt aussieht. Aber kein Gemaule und Genöle – sind ja nur noch zwei Bände. Und schließlich kann es den aufmerksamen Leser dieses Blogs ja auch nicht kalt lassen, dass meine diesmalige Kritik mitnichten so euphorisch wie die vorigen ausfallen wird.

fforde3

Dies liegt keineswegs an einem Niveauabfall, Abnutzungserscheinungen oder Ideenlosigkeit. Letztlich schlägt nun das zu Buche was ich bei Ansicht des ersten Bandes befürchtet hatte: Meine lückenhaften Kenntnisse der englischen Literatur. Ließ sich dieser Mangel bislang ganz gut überbrücken durch vorzügliche Vorstellungen der wesentlichen Charaktere durch Fforde, wird man im dritten Band nachgerade erschlagen mit Romangestalten, Kinderreimen, Nebenhandlugen und Kulissen, die mir einfach nichts sagten. Quer durch die Genre hopsend hinderte das mich zwar nicht daran, Vergnügen zu haben, doch ein wenig ausgeschlossen fühlte ich mich schon. Auch wenn Anna Karenina vorkommt und die orthographischen Schwierigkeiten der Deutschen angesprochen werden, es ändert nichts daran, dass es wir uns im Brunnen der englischsprachigen Zunge aufhalten. Gut zu wissen, dass es neben jenem Ort auch zahlreiche andere Bibliotheken in anderen Sprachen gibt. Doch die Erwartung, den Blick derart zu erweitern, dass auch hierüber mehr zu erfahren sei, wäre selbstverständlich maßlos unangemessen.

Fazit: Auch wenn der Anspruch wächst, natürlich ist der dritte Band der Thursday-Reihe ein großartiges Buch, welches die Liebeserklärung an die Literatur um mehrere Strophen ergänzt und den Bibliophilen nach jeder Seite die Finger abschlecken lässt. 

Sonntag, 5. Dezember 2010

Gefiederte Vorfreude

Erspart mir jegliches Gejammer und Gestöhne wegen der armen Tiere. Ich jedenfalls kann die Feiertage kaum erwarten. Einen schönen Zweiten Advent euch allen!