Donnerstag, 22. Dezember 2011

Frohes Fest

Euch allen da draußen ein wunderfeines Weihnachtsfest. Ob in Familie, in Entspannung oder hemmungsloser Völlerei. Wir alle haben es uns verdient. In diesem Sinne – bis demnächst! 

braten

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Frisch gelesene Bücher: Die dritte Simulation

Erneut stürzte ich mich mit viel Vorfreude in eines der wenigen auf Deutsch erhältlichen Bücher von Robert J. Sawyer. Eben jener hatte mich bereits mit dem Buch “Flash” aus dem jene, leider viel zu früh abgesetzte Serie “Flash Forward” entstand, restlos begeistert. Das Thema welches in diesem Buch angegangen wird, mag auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich begeistern: Kanadische Wissenschaftler entdecken bei Untersuchungen des menschlichen Gehirns eine ominöse Energie, die nach dem Tod des Menschen diesen anscheinend verlässt. Der wissenschaftliche Beweis der Seele scheint erbracht.

sawyer

Dies klingt nicht wirklich prickelnd und man ist versucht derlei schnell in die pseudoreligiöse Ecke abzustellen. Doch Sawyer gelingt es, diese zweifellos bahnbrechende Entdeckung als Beginn einer Kaskade von hieraus folgenden Fragen aufzubauen, dass man nicht im Ansatz enttäuscht wird. Denn die Existenz einer Seele fordert die Frage heraus, was diese ausmacht, bzw. was wir ohne sie wären. Ab wann haben wir eine Seele und was folgt daraus undundund…

Sawyer bastelt hieraus einen überaus spannenden Thriller, der einmal mehr durch Exaktheit und Unaffektiertheit besticht. Wirklich zu schade, dass sich deutsche Verlage diesem Ausnahmeautor bislang nicht ausreichend angenommen haben. Nur noch ein weiteres Buch von ihm liegt in deutscher Übersetzung vor. Danach muss ich wohl oder übel mal ins Original eintauchen.

Reizender Punkt am Rande: Obwohl schon 1995 geschrieben, lautet der Titel des Papstes in diesem Buch in der Tat Benedikt XVI. Erstaunlicher Glückstreffer möchte ich meinen.  

Sonntag, 18. Dezember 2011

Basteln mit Fleisch

Wir nähern uns der Weihnachtszeit und selbige lebt in meiner Welt von wahrlich losgelassener Fleischesfreude. Da kommt dieser Vorschlag doch gerade Recht, bzw. noch etwas auf der Abarbeitungsliste von Sachen, die man unbedingt noch hinbekommen muss.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

30 Jahre früher

Wo bin ich nur mit meinen Gedanken?! Da ergehe ich mich gestern in eher flachen Gags über die Subtilitäten russischer Paramilitärs, dabei hätte es an diesem Tag wahrlich Erinnernswerteres gegeben. Und zwar das 30-jährige Jubiläum der Ausrufung des Kriegsrechts in der Volksrepublik Polen.

 

Wir erinnern uns: In der Nacht von 12. auf den 13. Dezember 1981 übernahm das Militär in Polen die Macht und verwandelten die chaotisch vor sich hin trudelnde Volksrepublik zu etwas im sozialistischen Block bislang nie-dagewesenes – einer Militärdiktatur.

Eine überaus bemerkenswerte Erscheinung, die, so sollte man meinen die hiesige Polonia noch bis heute beschäftigen sollte. Ich für meinen Teil hege für dieses Kapitel der polnischen Geschichte jedenfalls größtes Interesse. Daher nahm ich die Einladung der kulinarischen Sperrspitze Polens im Wedding (Pirogarnia) zum Themenabend frohlockend an. Zu dem Film “Beats of Freedom” sollte diesem Ereignis vor 30 Jahren gedacht und natürlich auch diskutiert werden. Diskutiert wurde auch, nur nicht über und erst Recht nicht nach dem Film. Munter schwatzend und schmausend saß man zusammen und der Film lief gemütlich im Hintergrund. So sehr ich mich anfangs hierüber ärgerte, zeigt es auf eine zugegebenenerweise gewöhnungsbedürftige Art, dass die Wunden der Zeit ausreichend vernarbt sind. Ende gut, Polen offen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Eine ganz besondere Truppe

Das Kaleidoskop russischer Uniformen kann bei dem unerfahrenen Betrachter die mannigfaltigsten Reaktionen auslösen. Von Ehrfurcht bis Heiterkeit hin zu schenkelklopfender Fassungslosigkeit wurde bislang alles beobachtet. Angesichts der Jungs von OMON versuchte man jedoch immer jegliche Reaktion möglichst unauffällig zu absolvieren. Schließlich ist der Ruf jener Spezialeinheit ein vorsichtig formuliert eher raubeiniger.

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Erfreulicherweise brachte mich erst jetzt ein Blogbeitrag darauf, dass ein harmloser Spiegel hier zu Ergebnissen führen kann, die mich wohl in manch heiklen Lachkrampf entführt hätten.    

Freitag, 9. Dezember 2011

Ein Admiral für Russland

Die russische Geschichte war schon immer gut für einen soliden Blockbuster. Selbstredend hieß dies früher nicht Blockbuster, aber das tut nichts zur Sache. Jedenfalls beglückten uns sowjetische Filmschaffende mit einer Reihe von außergewöhnlichen Filmen. Doch all jenen Klassikern wohnt unzweifelhaft ein Umstand bei: Die Guten sind rot. Sie mögen nicht immer siegen und der errungene Sieg mag ein bitterer sein, aber die Motive und Intentionen der Bolschewisten waren edel und eben gut. Ganz nach dem Motto “Wir gewinnen sowieso!” hohnlächeln sowjetische Filme die Welt an und präsentieren dabei keck die heroischsten Seiten der eigenen Geschichte.

Die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Russland dagegen schon. Geschichte wird gemacht. Was liegt da näher als das man nun endlich mit bewährten Mitteln auch der anderen Seite ihren Auftritt verschafft. Nach einigen Versuchen der Herzschmerz-Kitsch-Kategorie versucht man sich nun an der Verfilmung eines der ganz großen Mythen des Bürgerkriegs – Admiral Koltschak. Unter dem tropfend-gewaltigen Titel “Admiral - Warrior. Hero. Legend.” dürfen wir nun die schmalzige Aufbereitung der letzten Jahre jenes Marineoffiziers erleben, welcher wohl wie kaum ein anderer das Feindbild der Sowjetideologie bestimmte.

Interessanterweise wird der Film von den hiesigen Kritikern ganz gut aufgenommen. Die Rede ist von einer “pathetischen, aber durchaus gefühlvollen Mischung aus Kriegsfilm und Drama” und würde  “Auf der ganzen Linien überzeugen”, bzw. “für Fans von Kriegsfilmen ein echter Geheimtipp.” Und warum auch nicht?! Holly-, Bolly- und sonstige Filmviertel haben den obskursten historischen Figuren Aufmerksamkeit verschafft, warum also nicht der verbissene Marinediktator, der von Omsk aus die Monarchie retten wollte. Schön zudem, dass Koltschak von keinem Geringeren als Konstantin Chabenski, dem Anton aus den Wächter-Filmen, gespielt wird. Alles in allem also ein Film der ein möglicher Kandidat für das Weihnachtskino sein könnte. MAn muss sich hierfür nicht mal ins Kino aufmachen, da der Film als exklusiver Direct-to-video Release auf DVD und Blu-ray in den Handel kommen wird. 

Montag, 5. Dezember 2011

Frisch gelesene Bücher: Metro 2034

Es ist ein altes Lied mit Fortsetzungen: selten sind sie so gut wie ihre Vorgänger und dennoch muss man an sie ran wenn man eben jenen Vorgänger sehr gut fand. So erging es mir dann auch nach dem Genuss von "Metro 2033". Der Fortsetzungsroman heißt originellerweise "Metro 2034" und kann an die Idee des Einstiegsromans in keiner Weise anknüpfen.



Auch wenn das Rezept, "Apokalypse auf Schienen", und dies auch noch in den Gemächern der Moskauer Metro, dem zweifellos schönsten Transportmittelnetzwerk, welches jemals ein menschlicher Geist erschuf, weiterhin seinen Reiz ausübt - Kulisse und Szenario ist eben nicht alles. Zudem war ich enttäuscht davon, dass die Handlung des Vorläuferromans überhaupt nicht aufgegriffen wurde. Wenn schon Fortsetzung, dann doch bitte richtig. Das überraschende Ende von "Metro 2033" ließ doch gerade hierauf hoffen. Doch nichts hiervon außer dünnen Anmerkungen am Rande. Der diesmalige Aufhänger, der Kampf gegen eine sich ausbreitende Seuche, schaffte es auch nicht unbedingt mich zu fesseln. Schade eigentlich. Das Sujet wäre in meinen Augen ausbaubar gewesen. Doch nach diesem Erlebnis verspüre ich erstmal keine gesteigerte Lust auf mehr.

Fazit: "Metro 2033" sei jedem Apokalypsenfreund ans Herz gelegt. Wenn eine gewisse Affinität zu Russland oder Schienenästethik besteht dann sowieso. Doch von diesem Schmöker rate ich freundlichst ab. Ist es nicht wert.